offener Brief an Gemeinden und Politiker des Chattengau

Sehr geehrte Bürgermeister-innen, sehr geehrte Lokalpolitiker-innen,
gerade zurückgekehrt von der bedeutendsten rollenden E-Mobil-Veranstaltung der Welt zur Förderung der E-Mobilität (wavetrophy 2017), bringen wir jede Menge Eindrücke und Lösungen mit in unsere Heimat, die wir gerne weitergeben würden.

Wir konnten 30 Tonnen schwere Müll LKW bestaunen, die anstelle von 100 Liter Diesel und jeder Menge Lärm nur knapp über 100 kWh Strom benötigen und flüsterleise sind. Über unser Netzwerk wurden wir von den ersten landwirtschaftlichen Solar Robotern (http://www.ecorobotix.com/de/) informiert, die demnächst in Serie gehen. Die bekannten Dörfer Zermatt und Gstaad sind komplett Verbrennungsmotoren frei, nur so wird die hohe Lebensqualität erreicht. Können Sie sich vorstellen an der Hauptstraße zu sitzen und sich zu unterhalten, während der Verkehr fließt? Wir haben es erlebt.

Wir möchten den Kindern und deren Kindern eine saubere Natur und Umwelt überlassen. Uns interessiert daher, was in Ihrer Gemeinde zum Thema Förderung der E-Mobilität getan wird. Haben Sie eigene Ladesäulen, sind diese barrierefrei? Wie viele gibt es davon?

Ein weiteres Thema, welches uns am Herzen liegt, ist die moderne Agrar Industrie. In unserem 700 Seelen Dorf werden jährlich mehr als 200.000 Liter Diesel verbrannt, um Felder zu bewirtschaften. Wir sehen hier bei uns Giftfässer vorbei fahren, die auf Grund Ihrer Größe noch vor 5 Jahren jedem Güllefass zur Ehre gereicht hätten!

Können Sie uns sagen wer uns informieren kann ob in Ihrer Gemeinde Gewässer/Gräben auf Rückstände von Ackergiften überprüft werden? Wer kennt die Messwerte, sofern sie existieren? In meinem eigenen Urin befanden sich im Jahr 2016, laut akkreditierter Analyse, bereits 20 mal so viel Glyphosat wie im deutschen Trinkwasser erlaubt ist!

Wir gehen mit unseren Fragen und auch mit Ihren Antworten an die Öffentlichkeit. Wir wollen informieren und nicht demonstrieren. Im Gegenzug bieten wir an, unsere Erfahrungen, Eindrücke und Informationen zu teilen.

Mit freundlichen Grüßen
(eigenhändige Unterschrift)

Giftkanister im Wohngebiet

Als ich heute abend von der Arbeit nach Hause kam traute ich meinen Augen nicht. Da liegt ein offener, nicht restentleerter Giftkanister am Straßenrand. Nicht auszudenken was Kindern hätte passieren können. Nachdem ich Tante google um das Sicherheitsdatenblatt gebeten habe wurde mir ganz anders. „Schwere Augenschädigung“ Kategorie 1. Na, eh nicht so schlimm wenn ein Kind blind wird, gibt ja genug! Früher lagerte die Scheiße bei den Bauern in Giftschränken, dank der modernen Agrar Industrie liegt sie heute im Wohngebiet auf der Straße:

Ich habe dann umgehend die Behörden informiert und die Polizei kam auch sehr schnell um den Kanister abzuholen und fachgerecht zu entsorgen.

Ich habe für vieles Verständnis, aber ein dermaßen sorgloser Umgang mit Gift hat nichts mehr mit guter fachlicher Praxis zu tun. Wenn es nach mir ginge müßten alle Ackergifte verboten werden. Es gibt überhaupt viel zu wenige Studien, was das ganze Zeug im Menschlichen Körper anrichtet. Naja, Ratten überleben eine relativ geringe Dosis vom dem Zeugs jedenfalls nicht.

Oft wird ja erzählt, das nur die großen Betriebe diese Ackergifte einsetzen, z.B. in Brandenburg. Das kann ich so nicht bestätigen. Weil jetzt die Jahreszeit ist bin ich einmal um unser kleines Dorf gefahren. Seht euch die Bilder an, dann wisst Ihr was wir den ganzen Tag fressen. Und mit 57 liegen wir in der Kiste. Krebs! Die Bilder sprechen für sich. Ein Zuckerrüben Feld wie das andere:

Was passiert eigentlich mit Hunden, die beim Gassie gehen an dem Gras schnucken? Die ersten Tage nach dem spritzen sieht es ja noch grün aus.

Wollt Ihr mehr?

Nein, das ist kein Wasser führender Graben. Bestimmt nicht, isch schwöre. Großes Ehrenwort.

Auf dem Weizenversuchsfeld bei uns um die Ecke haben Sie bestimmt auch nur Zuckerwasser versprüht, oder Salzlösung:

Als Nachtrag nun noch zwei Bilder die einen Tag später aufgenommen wurden und die ich Euch unmöglich vorenthalten kann:

Der sauber bis zur Mitte abgesprühte Feldweg und das dazu gehörige Feld:

Wollt Ihr Weizen von diesem Feld in Eurem Brot oder Euren Nudeln oder Eurem Bier haben? Na, dann, guten Appetit/Durst. Das wächst sich doch aus, alles nicht so schlimm.

Ich reg mich nicht mehr auf, ich blogge, denn die Gedanken sind frei. Soll jemand anders dagegen angehen, mir ist meine Zeit zu Schade gegen Windmühlen zu kämpfen.

Und immer dran denken, alles nur Einzelfälle. Zwar bedauerlich, aber Einzelfälle, bedauerliche Einzelfälle.

Wer die Ironie herausgehört hat darf sich freuen und wird  verstehen warum ich mich zu Aktionen wie der Folgenden hinreisen lasse. Das Photo ist aus 2016 und entstand einen Tag vor der örtlichen BASF/Monsanto/Bayer Party bei mir um die Ecke, auch genannt „Feld Tage“.